Newsletter . March 2026

    Der März im Straßengüterverkehr: Was sich geändert hat und warum es wichtig ist.

    In dieser Ausgabe geht es um einen schwierigen März für den europäischen Straßengüterverkehr, die Zunahme von Betrugsfällen durch Scheinfirmen und darum, warum Prävention immer besser ist als Aufklärung.

    Diana Apakidze
    Diana ApakidzeChief Growth Officer31 March 2026 / 8 min read

    Der März hat deutlich gemacht, dass Spediteure derzeit von mehreren Seiten gleichzeitig unter Druck stehen: steigende Kosten, Betriebsstörungen, verschärfte Grenzkontrollen sowie eine zunehmende Kontrolle in Bezug auf Emissionen und die Einhaltung von Vorschriften.

    Abschnitt 01Der Druck durch die Kraftstoffpreise trifft wieder dort, wo es am meisten wehtut: bei den Margen

    In weiten Teilen Europas stiegen die Dieselpreise erneut stark an und setzten die ohnehin schon knappen Margen der Spediteure sofort unter Druck. In Italien beispielsweise stieg der Dieselpreis Berichten zufolge seit Ende Februar um rund 24 %, während die Frachtraten von etwa 2 € pro Kilometer auf 1,6 € und in Extremfällen sogar auf 1,1 € fielen. Für viele kleine und mittelständische Spediteure ist das kein schwieriger Monat. Es ist eine Margenkrise.

    Für Spediteure ist die praktische Lehre einfach: Eine Ausschreibung, die nur den niedrigsten Preis pro Kilometer belohnt, ohne jegliche Logik zur Kraftstoffanpassung, kann schnell zu Verlusten führen, wenn sich die Marktbedingungen schneller ändern als die Vertragsbedingungen.

    Abschnitt 02Protestaktionen sind nicht nur politischer Lärm. Sie wirken sich auf die Kapazität aus

    Dieser Druck blieb nicht theoretisch. In Frankreich veranstalteten Dutzende von Lastwagen und Traktoren östlich von Paris einen langsamen Protest gegen steigende Kraftstoffkosten, und auch aus anderen Teilen des europäischen Straßengüterverkehrsnetzes wurde von einer breiteren Mobilisierung berichtet.

    Für Transportkunden hat dies operative Auswirkungen. Wenn Fahrer in Protesten festsitzen, Umleitungen um Blockaden fahren oder Abfahrten verzögern, weil die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist, steht die Kapazität nicht mehr vollständig zur Verfügung, auch wenn die Lkw technisch gesehen noch vorhanden sind. Der Kostendruck auf Spediteure sollte als Dienstleistungsrisiko betrachtet werden, nicht nur als Beschaffungsproblem.

    Abschnitt 03Grenzen werden digitaler und unflexibler

    Gleichzeitig wird das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) voll in Betrieb genommen. Die Europäische Kommission gibt an, dass das System am 12. Oktober 2025 in einer Einführungsphase in Betrieb genommen wurde und am 10. April 2026 voll funktionsfähig sein wird. Es ersetzt die Passstempelung durch digital erfasste Ein- und Ausreisen, Einreiseverweigerungen sowie die biometrische Erfassung von Nicht-EU-Bürgern, die für Kurzaufenthalte einreisen.

    Für Unternehmen, die Fahrer aus Nicht-EU-Ländern beschäftigen, ist dies nicht nur eine Schlagzeile zur Grenzpolitik. Es bedeutet, dass die Fahrerbewegungen, die zulässigen Aufenthaltsdauer und die Grenzformalitäten stärker systemgesteuert werden und weniger von informeller Toleranz oder manueller Auslegung abhängen. Routenplanung, Dokumentation und Disziplin bei der Terminplanung werden an Bedeutung gewinnen.

    Abschnitt 04Die Emissionsberichterstattung wird vergleichbarer

    Eine weitere wichtige Veränderung vollzieht sich im Bereich der Verkehrsemissionen. Das EU-Projekt „Count Emissions“ zielt darauf ab, eine gemeinsame Methode zur Berechnung der Treibhausgasemissionen aus Verkehrsdienstleistungen zu schaffen, und die EU-Institutionen haben diesen Rahmen ausdrücklich mit der Norm EN ISO 14083 verknüpft.

    Das bedeutet nicht, dass jeder Spediteur von heute auf morgen mit einem Compliance-Schock konfrontiert wird. Es bedeutet jedoch, dass sich der Markt auf eine gemeinsame Sprache für Verkehrsemissionen zubewegt, die den Vergleich von Zahlen zwischen Anbietern, Kunden und Ausschreibungen erleichtert. Im Laufe der Zeit erhöht dies die Anforderungen daran, wie Umweltversprechen präsentiert und verteidigt werden.

    Abschnitt 05Was all dies zusammen bedeutet

    Keine dieser Entwicklungen steht für sich allein. Steigende Kraftstoffkosten, Protestaktionen, strengere Grenzverfahren und standardisiertere Emissionsberechnungen wirken sich alle auf dasselbe Transportökosystem aus und erhöhen die Kosten der Unsicherheit.

    Karlheinz Toni, CEO und Gründer der Trusted Carrier Logistik GmbH, drückt es so aus:

    „Der März hat eines sehr deutlich gemacht: Volatilität ist nicht mehr die Ausnahme. Spediteure müssen gleichzeitig Kostendruck, Compliance-Anforderungen und operative Risiken auffangen. Genau deshalb ist eine zuverlässige Partnerüberprüfung so wichtig. Wenn Sie Ihren Partnern vertrauen können, können Sie sich darauf konzentrieren, Ihre Flotte am Laufen zu halten und Ihr Geschäft stabil zu halten.“

    Für Spediteure ist die Erkenntnis einfach: Resilienz hängt heute von mehr als nur Lkw und Tarifen ab. Sie hängt von Preisdisziplin, Compliance-Bereitschaft und der Qualität der Partner ab.

    Abschnitt 06Fokus auf Betrug: Scheinspediteure lassen sich vor der Abholung leichter stoppen als nach einem Verlust

    Die Bekämpfung von Betrug durch Scheinspediteure nach der Tat ist zu spät. Wenn eine Sendung fehlt, ist die Fracht bereits weg, der Schadenersatzprozess hat begonnen und die rechtliche Klarheit ist oft begrenzt.

    Das Muster ist bekannt. Eine gefälschte oder missbrauchte Spediteuridentität sieht auf dem Papier legitim aus, erhält einen Auftrag, holt die Fracht ab und verschwindet. Der von OpenCorporates analysierte Fall „Santo Tequila“ ist ein anschauliches Beispiel: Die Sendung durchlief mehrere Hände in einer klassischen Doppelvermittlerkette, bis sich ein nicht existierender Spediteur einschaltete, die Kontrolle über die Fracht übernahm und verschwand.

    Die allgemeine Erkenntnis gilt nicht nur für die Logistik. Bei der Prävention von Finanzkriminalität sind Unternehmen zunehmend von nachträglichen Ermittlungen zu Echtzeitüberwachung, mehrstufigen Kontrollen und risikobasierten Eingriffen übergegangen, bevor Verluste entstehen. Jüngste Maßnahmen der Hong Kong Monetary Authority betonen beispielsweise stärkere Betrugsbekämpfungssysteme und -kontrollen, anstatt sich nur auf nachträgliche Überprüfungen zu verlassen.

    In der Logistik wird noch immer zu oft nach alter Manier gearbeitet: manuelle Dokumentenprüfungen, isolierte Tools, überstürztes Onboarding und eingehendere Überprüfung erst dann, wenn etwas nicht stimmt. Das lässt viel Spielraum für Scheinfrachtführer, insbesondere bei Eilaufträgen, fragmentierter Kommunikation und geringer Transparenz in den Unterauftragsketten.

    Ein präventives Modell würde das ändern:

    • Überprüfung der Identität des Frachtführers vor der Abholung,
    • Abgleich mit vertrauenswürdigen Registern und Versicherungsquellen,
    • Kontinuierliche Überprüfung kritischer Daten statt nur bei der Aufnahme,
    • Rechtzeitige Sichtbarmachung verdächtiger Änderungen, um die Übergabe zu stoppen.

    Wie unser CFO Gert-Jan Wunderink sagt:

    „In der Fintech-Branche haben wir gelernt, dass Betrugsbekämpfung keine nachträgliche Angelegenheit ist. Wenn man erst untersucht, nachdem das Geld weg ist, ist es bereits zu spät. In der Logistik gilt dasselbe Prinzip: Wenn man erst überprüft, nachdem die Ladung verschwunden ist, löst man ein Problem von gestern.“

    Die Unternehmen, die Betrug am effektivsten reduzieren, sind in der Regel nicht diejenigen, die nach einem Diebstahl am besten ermitteln. Es sind diejenigen, die den Diebstahl von vornherein viel schwieriger machen.

    Abschnitt 07Neuigkeiten von Trusted Carrier: Wo wir waren und was wir hören

    Der März war unser „Raus aus dem Büro, rein in die reale Welt“-Monat, und die Botschaft, die wir hörten, war einheitlich.

    Beim BASF Carrier Day kam ein Thema immer wieder zur Sprache: Zuverlässigkeit muss nachweisbar sein. Verlader geben sich nicht mehr mit pauschalen Zusicherungen zufrieden. Sie wollen wissen, wer ihre Ladungen tatsächlich transportiert, wie die Qualität der Partner überprüft wird und wie Risiken in Echtzeit gemanagt werden.

    Auf der LogiMAT 2026 war das Interesse an digitalen Tools offensichtlich. Doch in vielen der ruhigeren Gespräche klang die Realität weniger glamourös: Tabellenkalkulationen, E-Mail-Ketten, dringende Telefonate und zu viel manuelle Überprüfung. Was am stärksten Anklang fand, waren nicht noch mehr Dashboards, sondern praktische Wege, um Partnernetzwerke transparenter und vertrauenswürdiger zu machen, ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu verursachen.

    Das bestätigte etwas, woran wir fest glauben:

    Der nächste Schritt in der Logistik ist nicht mehr Lärm. Es ist eine bessere Vertrauensinfrastruktur.

    Abschnitt 08Wo Sie uns demnächst treffen können

    23. April. Webinar mit dem nationalen Spediteurverband

    Ein gemeinsames Online-Webinar mit den Schwerpunkten Betrug durch Scheinspediteure, Echtzeit-Spediteurüberprüfung und wie präventives Risikomanagement in der Praxis für Spediteure, Verlader und Frachtführer aussehen kann. Datum: 23. April 2026. Uhrzeit: 14:00 Uhr MEZ. Format: online.

    27. April. Branchen-Rundtischgespräch, Frankfurt

    Unser CEO, Karlheinz Toni, wird an einem Rundtischgespräch darüber teilnehmen, wie der Straßengüterverkehr wirtschaftlich rentabel bleiben kann, während die Erwartungen an Compliance und Nachhaltigkeit weiter steigen.

    28. April. Dialog zur Automobil-Lieferkette, Frankfurt

    Karlheinz Toni wird zudem über die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette im Automobilsektor sprechen, einschließlich der operativen Auswirkungen von „Ghost Carriers“ und darüber, wie eine strengere Überprüfung Risiken reduzieren kann, ohne den Transport zu verlangsamen.

    Ob Sie online oder persönlich teilnehmen – bringen Sie Ihre schwierigsten Fragen mit. Diese Themen erfordern praktische Antworten, keine abstrakten Schlagworte.

    Abschnitt 09Produkt-Update: Echtzeit-Spediteurüberprüfung, jetzt in weiteren Teilen Europas verfügbar

    Frachtdiebstahl und Betrug durch Phantomspediteure sind längst keine vereinzelten Einzelfälle mehr. In ganz Europa werden sie zunehmend als strukturelle Risiken betrachtet, die sich auf Transportstrecken, Versicherungsgespräche, die Partnerauswahl und den täglichen Betrieb auswirken.

    Deshalb bringen wir unsere Lösung „Trusted Carrier“ zur Echtzeit-Spediteurüberprüfung nun auf den breiteren europäischen Markt.

    Unser Ziel ist einfach: Wir möchten Ihnen helfen, zu wissen, wer Ihre Ladung tatsächlich transportiert, noch bevor der Lkw die Rampe erreicht.

    Keine Ordner voller PDF-Dateien. Keine Detektivarbeit nach einem Verlust. Kein kompliziertes Integrationsprojekt. Nur ein schneller, klarer Verifizierungsprozess, der darauf ausgelegt ist, manuellen Aufwand zu reduzieren und das Betrugsrisiko zu senken, bevor die Übergabe stattfindet.

    Um das Testen zu erleichtern, starten wir ein zeitlich begrenztes Angebot. Wenn Sie Ihre erste Verifizierung mit Trusted Carrier im April oder Mai 2026 abschließen, können Sie die Plattform ein ganzes Jahr lang kostenlos für die Überprüfung Ihrer Fahrer oder Subunternehmer nutzen.

    Wir möchten, dass Disponenten, Planer, Spediteure und Verlader erleben, wie ein schnellerer, zuverlässigerer Verifizierungsprozess in der Praxis aussieht.

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    Ihr Trusted Carrier-Team. 💚

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